10.01.2109

ASF Charlottenburg-Wilmersdorf

Die ASF Charlottenburg-Wilmersdorf möge beschließen: (am 10.01.2018 einstimmig beschlossen)

Die LFK der SPD Berlin möge beschließen (am 13.02.2019 beschlossen):

Der Landesparteitag der SPD Berlin möge beschließen:

Kostenlose Abgabe von Schwangerschaftsschnelltests in Berlin ermöglichen

Wir fordern:

  • Die kostenlose Abgabe von Schwangerschaftsschnelltests in Berliner Apotheken und Zentren für sexuelle Gesundheit des Landes Berlin
  • Eine Kampagne zur Bekanntmachung dieser Möglichkeit in der Öffentlichkeit

Begründung:

Schwangerschaftsschnelltests kosten zwischen 5 -10 € und sind in deutschen Drogerien und Apotheken erhältlich. Zu fast jeder Tages- und Nachtzeit sind sie käuflich zu erwerben. Preisintensivere Modelle werben mit digitalen Anzeigen oder mit der Berechnung der genauen Anzahl der Tage, die eine Frau* schon schwanger ist. Und dennoch sind immer noch genug Hürden vorhanden, die Frauen* und Mädchen* davon abhalten einen Schwangerschaftsschnelltest zu kaufen.

Beginnend bei den Kosten, die auf den ersten Blick nicht hoch erscheinen, die jedoch eine Stunde Arbeit im Mindestlohnbereich darstellen oder für junge Mädchen mehrere Wochen Taschengeld. Studien zeigen, dass vor allem Frauen* und Mädchen* Schwangerschaftsschnelltests nutzen, die zum Zeitpunkt des Tests keine Schwangerschaft geplant haben. Solange der § 218 StGB noch existiert, gilt die Nichtverfolgung für die ersten drei Monate einer Schwangerschaft. Umso wichtiger ist die Klarheit über die Schwangerschaft zum frühestmöglichen Zeitpunkt. In einigen Fällen bemerken Frauen* ihre Schwangerschaft erst nach 6 Wochen oder auch schon nach dem Ablauf der Frist. Das ist fatal! Diese Frauen* haben keine Möglichkeit mehr einen Abbruch in Deutschland durchzuführen oder in anderen Fällen nur noch eine kurze Bedenkzeit, um über einen Abbruch zu entscheiden und sich in eine Pflichtberatung zu begeben.

So früh wie möglich von einer Schwangerschaft zu erfahren ist nicht nur für die Frauen* und Mädchen wichtig, die keine Schwangerschaft geplant haben. Auch für Frauen*/ Mädchen*, die ein Kind planen, ist das frühzeitige Erfahren von außerordentlicher Bedeutung, da eine gesündere Lebensweise für sich und den Embryo entscheidend ist.

Schwangerschaftsschnelltests sind Urintests, die die Konzentration des Hormons HCG nachweisen. Den Test schon am ersten Tag der ausbleibenden Menstruation angewandt, heißt gleichermaßen ungefähr zwei Wochen nach der Befruchtung und das mit einer mehr als 90%tigen Genauigkeit. Ein kostenlos abgegebener Test muss also in der Bereitstellung nicht teuer sein. Es kann sich um einfache Teststreifen handeln, die dieselbe Genauigkeit aufweisen.

Der Kampf um die kostenlose Verfügbarkeit von Schwangerschaftstests ist nicht neu: In den 70/80er Jahren haben Feminist*innen Zentren eröffnet in denen Frauen* kostenlos einen Schwangerschaftstest durchführen konnten, um direkt im Anschluss daran eine Beratung und ein Gespräch mit Ärtz*innen in Anspruch zu nehmen.

Wir kritisieren den kommerziellen Markt um Schwangerschaftsschnelltests und halten es für falsch, das Unternehmen aus dem Bereich der Frauen*hygiene und der sexuellen Selbstbestimmung Profit ziehen. Es muss zur Selbstverständlichkeit werden, Frauen* alle Mittel bereitzustellen, um über ihren Körper selbstbestimmen zu können.

Kategorien: Anträge